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Von Zunderlade und Steinschloss-Feuerzeug

Für die jungen Leute ist heute Feuermachen kein Thema mehr. Wenn überhaupt, dann gibt es dafür Feuerzeuge, notfalls Streichhölzer. Vor einigen Jahrzehnten, als Feuermachen noch allgegenwärtig war, war das Streichholz allgegenwärtig. Jedoch wurde das Streichholz – Sicherheitszündholz – erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts erfunden. Einer der Erfinder, der Chemiker Friedrich Moldenhauer, war ein Harzer aus Gernrode und er gründete dort 1834 eine der ersten Zündholzfabriken. Fortan entwickelte sich der Harz zu einer Bastion der Zündholzfabrikation.

Jedoch benötigten die Menschen auch vor dieser bedeutenden Erfindung Mittel um Feuer zu entfachen. Die dazu genutzten Geräte gehören zu den ältesten und notwendigsten in der Geschichte der Menschen.

Über tausende von Jahren entwickelten sich die Gerätschaften zum Entfachen von Feuer nur sehr langsam. Durch Ötzi wissen wir heute, dass bereits im Neolithikum Zundermaterial verwendet wurde. In Mitteleuropa kam dazu vorrangig der sogenannte Zunderschwamm zum Einsatz. Das ist eine Baum-Pilzart aus der Familie der Stielporlings-Verwandten. Hinzu kamen Feuerstahl und Feuerstein um die Funken zur Entzündung des Zunders zu erzeugen.

Seit Beginn der Neuzeit wurde in einem aufwändigen Verfahren die Hyphenschicht des Pilzes eingeweicht, gekocht, geklopft, in Salpeterlösung oder Urin eingelegt und getrocknet. Dabei erhielt man eine rehbraune filzartige Masse, die durch auftreffende Funken sofort zu glimmen anfing. Die erforderlichen Funken wurden durch „pinken“ erzeugt, indem mit einem Feuerstahl auf einen Feuerstein geschlagen wurde.

Dieser spezialbehandelten Zunder musste achtsam und trocken gehalten werden. Auch war es ratsam die drei Komponenten zur Feuerentfachung zusammen zu halten. In Nord- und Mitteldeutschland kam zu diesem Zweck die Zunderlade zum Einsatz. Das war in der Regel eine Holzlade mit zwei Fächern – die sogenannte „ Tunnerlah“. Der größere Teil der Lade war offen, er enthielt den Feuersteinstücke sowie ein etwa handgroßes Stück Stahl. Der kleinere Teil war mit einem Deckel verschlossen, um den darin enthaltenen Zunder trocken zu halten.

Tunderlah - Zunderlade - zeitgenössische Darstellung

Tunderlah - Zunderlade, zeitgenössische Darstellung

Mit dem Stahlstück „pinkte“ man aus dem Feuerstein Funken. Der Funkenflug war so gerichtet, dass er den Zunder traf, der auf einem Holzstück lag, und diesen zum Glimmen brachte. Durch fleißiges Pusten sowie der Zugabe von Holzspänen (Kienspäne) sowie kleinen Holzstücken, die an einem Ende mit Schwefel überzogen waren, wurde ein Feuer entfacht. Das wurde dann zur Herdstelle oder zum Ofen gebracht und durch vorsichtige Zugabe von weiterem Holz weiter entfacht.

Dies war die kostengünstigste Art Feuer zu machen, sicherlich jedoch nicht die einfachste. Bei zügigem oder feuchtem Wetter benötigte es trotz entsprechender Erfahrungen mehrerer Versuche – aber wenn man damals eines hatte, dann war es Zeit.

Fürtüg - Feuerzeug - zeitgenössische Darstellung
Füertüg - Feuerzeug - zeitgenössische Darstellung

Daher setzten Leute, die es sich leisten konnten, etwa ab Ende des Dreißigjährigen Krieges zum Feuermachen Steinschlossfeuerzeuge ein. Dafür gab es wohl sehr verschiedene Konstruktionen, die sich in der Regel jedoch an der Mechanik einer Steinschlosspistole orientierten. Daher wurden auch unbrauchbare Pistolen wohl zu Feuerzeugen umgebaut. Bei dieser mechanisierten Art Feuer zu entfachen, wurden die Feuersteinfunken statt auf das Schießpulver auf den Zunder geleitet.

Die mit Schwefel getränkten Holzstücke „Swebelsticke“ zum Feuermachen konnte man käuflich erwerben, zumeist aber wurden sie selbst hergestellt. Den Zunder hingegen kaufte man grundsätzlich bei den „Tunderkeerls“ ein. Besonders der Harzwald war für diese Erwerbstätigkeit sehr ergiebig. Der Zunderschwamm Formes fomentarius bzw. dessen Fruchtkörper ist ein Schwächeparasit der Laubbäume und in unseren heimischen Wäldern nichts Seltenes. Für die Zundersammler war es ein Teilerwerb für die Sommer- und Herbstzeit – dann war der Zunder „reif“. Vorrangig mit einem Esel zogen sie dann in den Wald. Mit langen Holzstangen, an deren oberen Ende scharfe eiserne Schabeeisen angebracht waren, lösten die Zundersammler den Pilzfruchtkörper von den Bäumen. War eine Ladung zusammengetragen, so ging es nachhause damit. Dort wurden die Zunderschwämme gereinigt und für etwa 14 Tage in Pottaschenlauge (Kalisalzlauge) eingelegt. War der Zunder genügend ausgelaugt wurde er getrocknet. Während dieses Vorgangs wurde er regelmäßig mit Holzknüppeln bearbeitet, damit er schön weich wurde. Zum Schluss wurden die Zunderschwämme in schmale Streifen oder Scheiben und behandelte diese mit Salpeter, damit sie leichter entzündbar wurden.

Wir sehen also, auch um zum benötigten Feuer in Haus und Hof zu kommen, waren erhebliche Mühen erforderlich. Erst mit der Erfindung des Streichholzes wurde diese häusliche Arbeit erheblich vereinfacht.

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Copyright der Fotos und der Texte Bernd Sternal 2015

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Wir treten für den Schutz von Eisbären, Tigern, Löwen und anderen Raubtieren ein, den Wolf in Deutschland lehnen wir jedoch zum Großteil ab und auch der teilweise wieder angesiedelte Luchs ist vielen suspekt. Wir schützen Tiere und Pflanzen, wobei der Schwerpunkt auf niedlichen und ungefährlichen Tieren liegt, bei Pflanzen müssen diese möglichst ansehnlich sein, hübsch blühen oder wohlschmecken. Borkenkäfer, Fliegen, Wespen, Weg- und Gartenameisen, Motten, Asseln und vieles mehr haben hingegen keine Lobby, dennoch sind sie alle Bestandteile unserer Natur.
Wir unterscheiden in Neobiota und einheimischer Flora und Fauna. Unter ersterem versteht man Arten von Tieren und Pflanzen, die erst nach dem 15. Jahrhundert hier eingeführt oder eingewandert sind. Dazu zählen beispielsweise bei den Tieren: Waschbären, Marderhunde, Nerze, Nutrias, Mufflon oder Streifenhörnchen. Bei den Pflanzen ist der Riesenbärenklau derzeit in aller Munde, es gibt jedoch weitere unzählige Arten. In Deutschland kommen mindestens 1.100 gebietsfremde Tierarten vor. Davon gelten allerdings nur etwa 260 Arten als etabliert, darunter 30 Wirbeltierarten.
Übrigens: Auch die Kartoffel, die Tomate, der Paprika und die Gurke sind Neophyten, also nicht heimische Arten.
Wir beginnen dann Arten in nützliche und schädliche zu unterscheiden. Dabei nehmen wir wenig Rücksicht auf die Rolle der jeweiligen Art in den Ökosystemen, oftmals kennen wir diese auch gar nicht. Wir führen Tiere und Pflanzen aus der ganzen Welt ein und sind dann verwundert, wenn die eine oder andere Art außer Kontrolle des Menschen gerät und sich unkontrolliert vermehrt. Den Rest, in Bezug auf neobiotische Pflanzen, Tiere und Pilze, erledigt die Globalisierung.
Auch unsere Landschaft verändern wir fortwährend. Was durch geologische Prozesse in vielen Millionen Jahren entstanden ist, weckt seit einigen Jahrhunderten das zunehmende Interesse des Menschen. Wir betreiben Bergbau - unterirdisch und in Tagebauten -, wir fördern Erdöl und Erdgas aus den Tiefen unseres Planeten, wir bauen Sand, Kies, Kalk, allerlei Gestein und vieles mehr ab.
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