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Das Hochmittelalter im Harz

Vieles aus dieser Zeit, die in der Geschichtsforschung für den Zeitraum von 900-1250 angesetzt wird, liegt für uns heute im Dunkel der Geschichte. Trotzdem übt das Mittelalter auf uns eine große Faszination aus, es ist mystisch, geheimnisvoll und sagenumwoben.
Aber es gibt Überlieferungen, aus denen wir uns ein anschauliches Bild jener Zeit machen können. Das möchte ich mit meinen nachfolgenden Ausführungen versuchen.

Die Harzrandgebiete waren schon lange vor dem Mittelalter, für damalige Verhältnisse, dicht besiedelt. Germanische Stämme und Völker wie Cherusker, Chatten, Hermunduren, Langobarden, und Semnonen hatten hier ihr Zuhause gefunden. Und andere fremde Kulturen konkurrierten mit ihnen um die besten Siedlungsplätze.
Mit dem Ausgang der Völkerwanderungszeit, also zum Ende des 4.Jahrhunderts, nahm das Volk der Thüringer das gesamte Harzgebiet in Besitz. Deren Herkunft ist bis heute nicht zweifelsfrei geklärt. Es kann aber wohl davon ausgegangen werden, dass es sich aus germanischen Stämmen gebildet hatte.

Der Besitz der Thüringer im Harzgebiet war aber nicht von langer Dauer. Schon im 5.Jahrhundert mussten sie sich der Sachsen aus dem Westen und der Franken aus dem Süden erwehren. In die Ebene zwischen Wernigerode und dem Regenstein verlegt eine alte Sage, welche an die Hühnensteine zwischen Benzingerode und Heimburg anknüpft, die Kampfplätze in diesem Krieg. Nach „Botho“ drängten die Sachsen, die Thüringer Anfang des 6.Jahrhunderts bis an die Oker aus ihren bisherigen Siedlungsgebieten. Dann sollen sie einen Vertrag mit den Thüringern gemacht haben, wonach die Oker zukünftig die Grenze beider Völker sein sollte. Aus den späteren Gaunamen im Nordharz können wir ersehen, dass die Sachsen im westlich und die Thüringer im östlich der Oker lebten.

Dann begann das Frühmittelalter, die Epoche der Merowinger und der Karolinger. Im Harz blieb aber alles weitgehend beim Alten. Das Römische Reich war endgültig dem Untergang geweiht und die Machtepoche von Karl dem Großen begann. Im Harz gelten weiterhin heidnische Bräuche, Stammesrituale und Naturreligionen.
Dann, ab 772, begannen die Sachsenkriege und die Franken versuchen die heidnischen Sachsen und Thüringer zum christlichen Glauben zu bekehren. Langsam entwickelte sich eine privilegierte Adelsschicht, die die vorher frei gewählten Stammesfürsten ablöste. Es begann sich eine feudalistische Gesellschaft zu entwickeln.

Die Zeit des Hochmittelalters begann! Es war eine schwarze Zeit für die meisten Menschen. Es regierten, im Namen Gottes, aber nicht vom Himmel aus, der Klerus und genauso absolutistisch in weltlichen Belangen, die Fürsten und Grafen und ihre Familien.
Besonders im 10.Jahrhundert herrschte eine Art Endzeitstimmung. War man vorher, in heidnischer Zeit, mit naturreligiösen Handlungen ungewöhnliche Naturereignisse begegnet, so wurden nun Sonnenfinsternisse, Mondfinsternisse, Kometen und Sternschnuppen, Seuchen und Missernten, Überschwemmungen und Hungersnöte als göttliche Zeichen für einen bevorstehenden Weltuntergang gedeutet. Besonders zur Wende zum Jahr 1000 wurde die Weltuntergangsstimmung zur Massenhypnose.

Der Klerus hatte daran seinen entscheidenden Anteil, könnte man so doch die bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse als „Gottgewollt“ verkaufen. Wie Chronisten berichten, wurde besonders in den letzten Tagen des ausgehenden 1. nachchristlichen Jahrtausends viel Eigentum verschleudert um die letztem Tage in ausschweifendem Lebensstil verbringen zu können. Nutznießer war oftmals die Kirche, die so fast geschenkt, zu neuem Eigentum kam. Welche Analogien zum Ende des 2. Jahrtausends, nur das da die meisten Menschen, auf Grund ihres Bildungshintergrundes, nicht an diese Apokalypse glaubten.

Es ist wohl auch der Unwissenheit des Volkes zuzuschreiben, dass der christliche Glaube dann nicht in Zweifel gezogen wurde. Die Depression muss gewaltig gewesen sein. Es folgte eine beispiellose Angstkampagne in der von zeitlich unbegrenzten Höllenqualen im ewigen Fegefeuer gepredigt wurde. Um diesen „Bösen Mächten“ zu entkommen wurde von der Kirche die ewige Seligkeit angeboten, natürlich käuflich zu erwerben.

Im Harz waren dabei insbesondere die Bischöfe von Halberstadt, Hildesheim und Magdeburg die Protagonisten. Aber auch die Harzer Grafenfamilien fochten erbitterte Kämpfe um Macht, Einfluss und natürlich Besitzungen. Leitragende dieser Gewaltpolitik war natürlich das einfache Volk. In dieser dunklen Zeit regierte das sprichwörtliche Schwert und wer keines besaß und sich nicht zu erwehren wusste, war arm dran.

Spätestens seit 1037 gab sich der hiesige Adel auch Familiennamen. Auf Grund der Einführung der Erblichkeit von Lehen, konnte er so seine Erbansprüche besser geltend machen. Zu den führende Adelsgeschlechtern jener Zeit in der Harzregion entwickelten sich die Askanier, die Mansfelder und die Northeimer. Es folgten die Wernigeröder, die Blankenburger, die Hohnsteiner und die Stolberger, um nur einige zu nennen.

Eines der düstersten Kapitel dieser Zeit waren wohl die Kreuzzüge. Jeder Provinzfürst hatte sein Kontingent an Rittern und Landsknechten zu erbringen, alles zum Wohl des Christentums und besonders natürlich der Kirche. Wie viele Opfer diese Kreuzzüge in der Harzer Bevölkerung gekostet haben, darüber können wir nur spekulieren. Hatten aber zu jener Zeit Frauen ihren Mann verloren und Kinder ihren Vater, so drohten Leibeigenschaft und sogar der Hungertod.
Und auch der Fernhandel wurde in Mitleidenschaft gezogen, wofür wohl die eintretende Zersplitterung des HRR, die Unsicherheit auf den Handelsstraßen und die allerorts erhobenen Wegzölle einen entscheidenden Beitrag lieferten. Erst zum Ende der Kreuzzüge kam der Fernhandel wieder in den Aufwind.

Das Hochmittelalter war wohl seit Beginn der Zeitrechnung die Epoche der Geschichte, in der das Recht des Stärkeren am umfänglichsten galt. Aber es war auch der Beginn unserer Deutschen Nation. Und es ist der für 1050 angesetzte Beginn, der Mittelhochdeutschen Sprachstufe, eines Meilensteins in der Bildung der Identität unserer Nation.
Wir Harzer können mit Stolz auf unsere Geschichte blicken, insbesondere auch auf die des Hochmittelalters. Zu dieser Zeit fanden in der Harzregion Ereignisse statt, die nicht nur deutsche und somit auch europäische Bedeutung hatten, sondern rückblickend auch Ereignisse der Weltgeschichte waren. Dazu aber mehr in weiteren Beiträgen.

Frauen hatten in dieser Epoche keine Rechte, der Ehemann oder Herr hatte ihnen gegenüber unbegrenzte Züchtigungsrechte. Frauen waren zu Arbeitskräften und Gebärmaschinen degradiert. Auch bei der Partnerwahl hatten sie keine Mitsprache. Sie wurden zum Teil schon im Kindesalter versprochen, alles aus Macht-, Erbrechts- und Besitzgründen. Ehen waren nicht der Monogamie unterstellt. Das war auch in vorchristlicher Zeit nicht anders, nur da sorgte die gesamte Sippe oder der Stamm für seinen Nachwuchs. So waren gesunde Frauen in dieser Zeit oftmals Mütter von 20 und mehr Kindern. Not, Krankheiten, Kriege und mangelhafte Hygiene sorgten allerdings dafür, dass nur wenige davon erwachsen wurden.

Das Volk lebte in Holz- und Lehmhütten, Steinbauten waren für Kirche und Adel vorbehalten. Ernähren tat man sich von gesammelten Naturalien sowie von angebautem Gemüse und Getreide. Sowie vom Fleisch der Haustieren und deren Produkten wie Butter, Eier und Käse. Und von Brot, das für alle da war. Wild war für die Herrschaft aus Kirche und Adel vorbehalten. Wilddieberei wurde sehr hart, oftmals mit dem Tode bestraft. Gleiches galt für die Fische der Gewässer. Drakonische Strafen, bis hin zum Tod, wurden häufig verhängt. Ein Menschenleben hatte wenig Wert! Gegessen wurde mit den Fingern. Beim Volk gab es beim Essen nur Geschirr für die Getränke. Die Männer führten ein Messer mit sich, das als Waffe, als Werkzeug und zum Essen genutzt wurde. Als Getränke wurde Wasser getrunken oder dünner Wein sowie dünnes Bier. Vergorene Getränke, also Getränke mit Alkohol, waren über das gesamte Mittelalter Bestandteil der Ernährung. Dabei spielte die die anregende Wirkung des Alkohols nur eine Teilrolle. Wichtig war auch die bakterielle Wirkung, denn das Wasser war oft sehr verunreinigt. Ungenießbares Essen sowie die Abfälle wurden einfach auf der Erde oder unter dem Tisch entsorgt und waren den zahlreichen Hunden sehr willkommen.

Die Kirche machte in jener Zeit die eigentliche Politik, denn sie hatte das Wissen und nutzte es schamlos. Selbst der einfache Adel hatte nicht unbedingt Kenntnisse im Lesen und Schreiben. Und die Kirche setzte der Philosophie und der Wissenschaft enge Grenzen. Schnell bestand die Gefahr als Ketzer abgestempelt und auch verurteilt zu werden. Doch der Adel erstarkte Zusehens und bot dem Klerus Widerstand. Aber auch für den Adel, die weltliche Macht im jungen Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, was Widerstand gegen den Klerus gefährlich, selbst für Könige und Kaiser, wie das Bespiel Heinrich IV. eindrucksvoll aufzeigt. Aber auch innerhalb des Klerus gab es ständige machtpolitische Spiele, die nicht selten in Fehden und Kriegen endeten.

Im Harz waren dabei insbesondere die Bischöfe von Halberstadt, Hildesheim und Magdeburg die Protagonisten. Aber auch die Harzer Grafenfamilien fochten erbitterte Kämpfe um Macht, Einfluss und natürlich Besitzungen. Leitragende dieser Gewaltpolitik war natürlich das einfache Volk. In dieser dunklen Zeit regierte das sprichwörtliche Schwert und wer keines besaß und sich nicht zu erwehren wusste, war arm dran.

Spätestens seit 1037 gab sich der hiesige Adel auch Familiennamen. Auf Grund der Einführung der Erblichkeit von Lehen, konnte er so seine Erbansprüche besser geltend machen. Zu den führende Adelsgeschlechtern jener Zeit in der Harzregion entwickelten sich die Askanier, die Mansfelder und die Northeimer. Es folgten die Wernigeröder, die Blankenburger, die Hohnsteiner und die Stolberger, um nur einige zu nennen.

Eines der düstersten Kapitel dieser Zeit waren wohl die Kreuzzüge. Jeder Provinzfürst hatte sein Kontingent an Rittern und Landsknechten zu erbringen, alles zum Wohl des Christentums und besonders natürlich der Kirche. Wie viele Opfer diese Kreuzzüge in der Harzer Bevölkerung gekostet haben, darüber können wir nur spekulieren. Hatten aber zu jener Zeit Frauen ihren Mann verloren und Kinder ihren Vater, so drohten Leibeigenschaft und sogar der Hungertod.

Und auch der Fernhandel wurde in Mitleidenschaft gezogen, wofür wohl die eintretende Zersplitterung des HRR, die Unsicherheit auf den Handelsstraßen und die allerorts erhobenen Wegzölle einen entscheidenden Beitrag lieferten. Erst zum Ende der Kreuzzüge kam der Fernhandel wieder in den Aufwind.

Das Hochmittelalter war wohl seit Beginn der Zeitrechnung die Epoche der Geschichte, in der das Recht des Stärkeren am umfänglichsten galt. Aber es war auch der Beginn unserer Deutschen Nation. Und es ist der für 1050 angesetzte Beginn, der Mittelhochdeutschen Sprachstufe, eines Meilensteins in der Bildung der Identität unserer Nation.

Wir Harzer können mit Stolz auf unsere Geschichte blicken, insbesondere auch auf die des Hochmittelalters. Zu dieser Zeit fanden in der Harzregion Ereignisse statt, die nicht nur deutsche und somit auch europäische Bedeutung hatten, sondern rückblickend auch Ereignisse der Weltgeschichte waren. Dazu aber mehr in weiteren Beiträgen.

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Copyright der Fotos und der Texte Bernd Sternal 2009

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