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Die Klassische Quadratmeile der Geologie

Der große Harzgeologe K. A. Lossen schrieb 1889: „Der Harz gilt nach Heinrich von Dechen's erprobtem Urteil seit Anbeginn der Geologie als ein Kleinod unter den Gebirgen der Erde und wird, wie ich hinzusetze, diesen Rang stets behaupten. Denn in ihm hat uns der Schöpfer das Buch der Natur in knapper, modellklarer und meisterhaft vollendeter Form, überreich an Inhalt aufgeschlagen“.

Dieser über 120 Jahre alten Beurteilung kann auch die moderne Geologie nur zustimmen. Besonders der westliche Nordharzrand gilt unter Geologen als typisches Lehrbeispiel und wird daher als „Klassische Quadratmeile der Geologie“ bezeichnet. Nur in wenigen Regionen Eurasiens und wohl einzigartig in Mitteleuropa, sind hier fast alle Schichten der geologischen Entwicklung der eurasischen Platte sichtbar. Diese Schichten, die im Erdaltertum beginnen sind dort bis zu den jüngsten Ablagerungen auf engem Raum aufgeschlossen präsentieren, legen Zeugnis ab von etwa 400 Mio. Jahren Erdgeschichte.

Der Nordharz ist geprägt durch eine große tektonische Bruchlinie, auf der auch Goslar und Bad Harzburg liegen. Das Harzgebirge ist aufgeschoben worden auf sein Vorland und seine horizontalen Platten sind emporgehoben und senkrecht gestellt worden. So wurde entlang dieses Harzrandgebietes die Schichtenfolge des Erdmittelalters an die Oberfläche gepresst und sind sichtbar geworden. Gesteine aller Systeme des Erdmittelalters treten dort auf. Viele dieser Schichten sind sehr fossilreich und vermitteln uns damit eine Vorstellung vom Leben in jenen Epochen.

Auch die Entstehung des Oberharzer Devonsattels, sowie die Ergebnisse des untermeerischen Vulkanismus und die daraus resultierenden späteren Erzlagerstätten haben dort Zeugnisse hinterlassen, die uns Auskunft über die Entstehung des Harzes, Eurasiens sowie der heutigen Geostruktur unserer Erde geben. Zur Veranschaulichung empfehlen sich diesbezüglich besonders die Geosammlung der TU Clausthal-Zellerfeld, die Sammlung des Goslarer Museums sowie die Mineraliensammlung des Rammelsberges.

Weitere Informationen: Geosammlung der TU Clausthal-Zellerfeld, Rammelsberg

>>> Gastgeber im Oberharz

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Copyright der Fotos und Texte Bernd Sternal 2010

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Der Harz - Faszination Natur
von Bernd Sternal
Der Harz - Faszination Natur von Bernd Sternal

 

Wir treten für den Schutz von Eisbären, Tigern, Löwen und anderen Raubtieren ein, den Wolf in Deutschland lehnen wir jedoch zum Großteil ab und auch der teilweise wieder angesiedelte Luchs ist vielen suspekt. Wir schützen Tiere und Pflanzen, wobei der Schwerpunkt auf niedlichen und ungefährlichen Tieren liegt, bei Pflanzen müssen diese möglichst ansehnlich sein, hübsch blühen oder wohlschmecken. Borkenkäfer, Fliegen, Wespen, Weg- und Gartenameisen, Motten, Asseln und vieles mehr haben hingegen keine Lobby, dennoch sind sie alle Bestandteile unserer Natur.
Wir unterscheiden in Neobiota und einheimischer Flora und Fauna. Unter ersterem versteht man Arten von Tieren und Pflanzen, die erst nach dem 15. Jahrhundert hier eingeführt oder eingewandert sind. Dazu zählen beispielsweise bei den Tieren: Waschbären, Marderhunde, Nerze, Nutrias, Mufflon oder Streifenhörnchen. Bei den Pflanzen ist der Riesenbärenklau derzeit in aller Munde, es gibt jedoch weitere unzählige Arten. In Deutschland kommen mindestens 1.100 gebietsfremde Tierarten vor. Davon gelten allerdings nur etwa 260 Arten als etabliert, darunter 30 Wirbeltierarten.
Übrigens: Auch die Kartoffel, die Tomate, der Paprika und die Gurke sind Neophyten, also nicht heimische Arten.
Wir beginnen dann Arten in nützliche und schädliche zu unterscheiden. Dabei nehmen wir wenig Rücksicht auf die Rolle der jeweiligen Art in den Ökosystemen, oftmals kennen wir diese auch gar nicht. Wir führen Tiere und Pflanzen aus der ganzen Welt ein und sind dann verwundert, wenn die eine oder andere Art außer Kontrolle des Menschen gerät und sich unkontrolliert vermehrt. Den Rest, in Bezug auf neobiotische Pflanzen, Tiere und Pilze, erledigt die Globalisierung.
Auch unsere Landschaft verändern wir fortwährend. Was durch geologische Prozesse in vielen Millionen Jahren entstanden ist, weckt seit einigen Jahrhunderten das zunehmende Interesse des Menschen. Wir betreiben Bergbau - unterirdisch und in Tagebauten -, wir fördern Erdöl und Erdgas aus den Tiefen unseres Planeten, wir bauen Sand, Kies, Kalk, allerlei Gestein und vieles mehr ab.
Zwar versuchen wir mittlerweile den Abbau fossiler Brennstoffe zu begrenzen und einen Ausstieg vorzubereiten, jedoch ist die Bauindustrie unersättlich. Unsere Städte, Dörfer, Verkehrswege und Firmenanlagen fordern ihren Tribut. Jedoch muss der Großteil der Welt erst noch Straßen und feste Gebäude erbauen. Wollen wir das diesen Menschen versagen?

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