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5. Die Städte der Harzregion im Deutschen Bauernkrieg

Die jungen Städte der Harzregion waren besonders im 12. und 13. Jahrhundert explizit gewachsen. Danach schwächte das Wachstum ab, wofür es eine Vielzahl von Gründen gab. Ein wesentlicher war das ständige Steigen der Abgaben an die Grundherren, die direkt die Landbevölkerung trafen und indirekt – durch sinkende Nachfrage und Kaufkraft – die Stadtbevölkerungen. Aber auch der so wichtige Fernhandel verlagerte sich; die Region hatte einen Teil seiner Attraktivität verloren. Geschuldet war dieser Umstand unter anderem den vielen Zollgrenzen, aber auch den verschiedenen Währungen, Maßen, Gewichten und besonders der Unsicherheit durch die zahlreichen Fehden.

Somit lebten auch die Bürger der Städte in der Harzregion zum Ende des Mittelalters nicht in Zufriedenheit und Wohlstand. Die Verwaltung der Freien- und Reichsstädte lag in den Händen von Ratsherren. Ratsfähigkeit besaßen aber nur Herren adliger Herkunft sowie wohlhabende Kaufleute und Gilde sowie Zunftmeister. Zwar war so die Ratsfähigkeit der Stadtbürger recht stark beschränkt, sie war aber trotzdem offener als die vererbbare Grundherrschaft. Letztendlich waren die Stadtbevölkerungen auch freier und besser gestellt als die Landbevölkerungen. Dies waren wohl die entscheidenden Gründe dafür, dass es in den Städten der Harzregion zu keinen größeren Auflehnungen gegen die Räte und auch nicht gegen die Grundherrschaften kam.

In einigen Städten kam es dennoch zu Auflehnungen der Bürgerschaft gegen die Landesherren. Die führten – allerdings nur vorübergehend – zu Erfolgen, so in Stolberg, Halberstadt, Frankenhausen und einigen anderen Südharzer Städten.

So übergab die aufständische Bürgerschaft des kleinen Bergstädtchens Stolberg, dem Grafen Botho von Stolberg, der über ihren Köpfen residierte, einen Katalog lokaler Forderungen, die dieser schließlich bewilligen musste: Wiederherstellung der alten Freiheiten, Aufhebung der Bierziese (Biersteuer), freie Ausübung des Bergbaus, freies Brenn- und Bauholz und freie Holzkohle, Nutzholz für Handwerker, Wegfall des Wiesenzinses und des Erdengeldes, Jagd- und Fischereifreiheit, Abschaffung der Herrendienste, gleiche Steuerlast für alle, Minderung der kirchlichen Lasten um nur einige Artikel zu nennen.

Ähnlich Forderungen gab es im Südharz auch an die Grafen von Hohnstein sowie an die Obergrafschaft Schwarzburg, die auch zum Teil erfüllt wurden. Die Städte dieser Grafschaften stellten allerdings auch nur Forderungen auf, die sich auf lokale Interessen bezogen.

Anders war es mit den Forderungen der Stadt Frankenhausen. Deren Forderungsartikel griffen schon grundsätzlich in das Gefüge der bestehenden Feudalordnung ein. Anfang Mai des Jahres 1525 wurde gefordert: die freie Wahl eines evangelischen Predigers, Zurückführen der Steuer auf den Stand von vor 200 Jahren, Abschaffung aller darüber hinausgehenden Sonderabgaben und -steuern sowie des Zinses, Abschaffung der Frondienste für die Herrschaften, Abschaffung des Vogteigeldes. Das Kirchenland soll verkauft werden und von den Käufern besteuert werden. Wasser, Weide, Wald, Jagd und Fischfang sollen für den häuslichen Bedarf frei gemacht werden. Jeder Bürger, der die gegen ihn vorgebrachten Anklagen nicht begriffen hat, darf nicht mit Gefängnis oder Gewalttaten bestraft werden, sondern muss in seinem Hause vor jeder Behelligung sicher sein. Marktgeld, Weinzoll und Wegegeld dürfen nicht mehr erhoben werden. Jeder Einwohner in Stadt und Dorf hat das Recht zum häuslichen Bierbrauen. Frankenhausen soll wieder, wie von alters her, die Hand- und Halsgerechtigkeit (über Leben und Tod) erhalten. Die Gemeinde hat das Recht, den Rat der Stadt zu wählen, zu bestellen, gegebenenfalls auch abzusetzen und zu entlohnen. Die Salzsieder haben das Recht den Preis des Salzes gemäß den tatsächlich entstandenen Unkosten festzusetzen. Leider ist nicht bekannt, ob die Schwarzberger Grafen auch nur teilweise und vorübergehend auf diese Forderungen eingegangen sind.

In jenem Frühjahr 1525 zog Thomas Müntzer durch die Südharzer Städte und verkündete seine Pläne einer umfassenden Volksreformation. Sicherlich hat er mit seiner Fürstenpredigt sowie dem Artikelbrief Zuhörer und Leser gefunden. Wohl hat sein Wirken im Südharzer Raum auch dazu beigetragen, dass es im Südharz besonders viele Aufständische gab und auch an seinen Artikeln an die Grundherren dürften sich die Stadtbürger an Müntzer orientiert haben.

Trotzdem war das Handeln der Städte nur halbherzig, was wohl vorrangig daran lag, das die Lebensumstände der Städter in keiner Weise mit der der Bauern vergleichbar war.

Auch hatten die Grundherren sehr bald die Gefahr des Bauernaufstandes in seiner ganzen Tragweite erkannt, und taten ihr Möglichstes um die Städte bei Laune zu halten, und somit ein Überschwappen des Aufstandes auf die Städte zu verhindern. Aber in jener Situation bestand auch wenig Einigkeit und Zusammenhalt zwischen den Landesherren. Die Grundherren, die nicht direkt betroffen waren, versuchten im diplomatischen Stil die Situation in ihrem Sinne zu gestallten. Auf keinen Fall wollte man die eigene Bevölkerung verprellen und damit eigene Unruheherde schaffen. So verweigerten sich die Braunschweiger Herzöge Erich und Philipp jeder Hilfeleistung an die Südharzer. Auch Herzog Georg von Sachsen-Meißen hatte in der Zwickauer und Leipziger Region eigene Unruherde; auch die Kurfürsten Friedrich und Johann von Sachsen machte lieber Zugeständnisse, als Kampfeshilfe zu leisten.

> 1. Ursachen und Umfeld
> 2. Das Harzgebiet im Deutschen Bauernkrieg
> 3. Die territoriale Zersplitterung der Harzregion
> 4. Die Situation der Bauernschaft
> 5. Die Städte der Harzregion
> 6. Der Bergbau und das Hüttenwesen
> 7. Die Rolle der Kirche im Bauenrkrieg
> 8. Harzer Klöster im Bauernkrieg
> 9. Die Grafschaft Mansfeld im Bauernkrieg
> 10. Die sächsischen Ämter Sangerhausen und Salza
> 11. Die Grafschaft Stolberg im Bauernkrieg
> 12. Die Grafschaft Hohnstein im Bauernkrieg
> 13. Das Reichsstift Walkenried im Bauernkrieg
> 14. Die Grafschaft Schwarzburg im Bauernkrieg
> 15. Die Herrschaft Wernigerode im Bauernkrieg
> 16. Die Grafschaft Blankenburg im Bauernkrieg
> 17. Die Grafschaft Anhalt-Ballenstedt im Bauernkrieg
> 18. Das Fürstbistum Halberstadt im Bauernkrieg
> 19. Goslar im Bauernkrieg
> 20. Allstedt im Bauernkrieg

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Copyright der Fotos und der Texte Bernd Sternal 2012

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