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11. Die Grafschaft Stolberg im Bauernkrieg

Das Geschlecht der Stolberger Grafen ist ein uraltes deutsches Adelsgeschlecht, das seinen Sitz im Südharz hat. Obwohl die Stolberger Grafen erstmals urkundlich im Jahre 1210 genannt wurden, kann wohl davon ausgegangen werden, dass sie schon seit fränkischer Zeit im Südharz mit Ämtern betraut waren.

Mit einer Sage beginnt die Geschichte um die Grafen von Stolberg: Demnach soll der römische Ritter Otto de Columna eine erste Burg erbaut haben, die man „Das alte Stolberg“ nennt. Das war zur Zeit des oströmischen Kaisers Justin II., der von 520 bis 578 lebte. Das alte Stolberg liegt unweit der Gemeinde Stempeda, bei Rottleberode auf dem Stalberg. Heute finden sich nur noch wenige, vom Wald überwucherte, Überreste der Burg.

Als im Jahr 1429 das Geschlecht der Wernigeröder Grafen in männlicher Linie ausgestorben war, ging deren Grafschaft an das verwandtschaftlich verbundene Geschlecht der Stolberger Grafen.
Zur Zeit der Reformation und des Bauernkriegs herrschte Graf Botho „der Glückselige“ über die Grafschaft Stolberg-Wernigerode. Außerdem besaß er Teile der Grafschaft Hohnstein mit der gleichnamigen Burg. Die Grafschaft Stolberg erstreckte sich über größere Gebiete der Goldenen Aue. Durch seine Heirat mit der Gräfin Anna von Königsstein führte Botho noch einige weitere Grafentitel und übertraf an Besitz und Reichtum manchen Reichsfürsten. Dem Grafen wird nachgesagt, dass er ein äußerst geschickter Diplomat war, was er auch im Bauernkrieg unter Beweis stellte. Graf Botho war ein sehr „vielbeschäftigter Mann“, wie man heute zu sagen pflegt. So hatte er Lehensverpflichtungen gegen den Kurfürsten von Sachsen-Wittenberg (Ernestiner), gegen den Herzog von Sachsen-Meißen (Albertiner), gegen den Kurfürsten von Brandenburg und er war Hofmeister des Erzbischofs (und Kurfürsten) von Mainz.

Bei all diesen Verpflichtungen war taktieren wohl die beste Diplomatie. Als im April des Jahres 1525 sich Bauern, Bergleute und Bürger gegen ihn erhoben und einen Forderungskatalog aufstellten, glaubte der Graf klug zu handeln, als er den „Ketzer“ Martin Luther einlud. Dieser sollte mit seiner Predigt die Aufständischen beruhigen. Seine kirchlichen Ämter sowie seine Zugehörigkeit zur katholischen Kirche behielt er bis an sein Lebensende. Aber des Reformators Predigt schien die Gemüter nicht wirklich beruhigt zu haben, denn schon nach dem Tag der Predigt Luthers in Stolberg am 22. April schrieb Graf Botho an den Grafen von Henneberg, wie besorgt er wegen der Unruhen sei. Und mit seiner Lageeinschätzung lag er nicht falsch! Während einer kurzen Abwesenheit Bothos brach in Stolberg der Aufstand los. Als er von seiner Reise zurückkehrte, hatten die Aufständischen die Stadt Stolberg und seinen Burghof besetzt. Von den Forderungen die an ihn gestellt wurden, bewilligte er nur wenige und entzog sich weiterem Ungemach durch Flucht auf Schloss Wernigerode. Er musste allerdings seine Familie in Stolberg zurücklassen.

Als die Aufständischen seine Flucht bemerkt hatten, sandten sie ihm einen Boten nach. Dessen Botschaft lautete: sofortige Rückkehr nach Stolberg, sonst Enteignung und Gefangennahme der Angehörigen. Die Drohung zeigte Wirkung, der Graf kehrte nach Stolberg zurück. Am 4. Mai 1525 bewilligte er die 24 Artikel der Aufständischen. Darin verpflichtete er sich auch, eine Hilfstruppe auszurüsten. Dies tat sein Sohn Erbgraf Wolfgang und er stellte den Bauern auch ein gefordertes Geschütz zur Verfügung. Vater und Sohn traten der Christlichen Bruderschaft bei. Am gleichen Tag schrieb er einen Brief an Herzog Georg, in dem er die Ereignisse schildert und seine Zugeständnisse begründet und auch warum er dem Herzog keine militärische Unterstützung leisten könne.

Als Graf Botho aber am 14. Mai über die Lage bei Frankenhausen unterrichtet wurde, mobilisierte er doch noch Hilfe für den Herzog. Er berichtet, dass er 20 Berittene sowie 50 Fußknechte unter Hans von Werther dem Herzog zugesandt habe. Gleichzeitig gelobte er aber den Bauern, dass er an den vereinbarten Artikeln festhalte und schickte als Boten dieser Nachricht seine Sohn Wolfgang. Bei Thomas Müntzer genoss dieser wohl großes Vertrauen, wie die Quellen bezeugen. Müntzer entsandte den Erbgrafen sogar als Führer der Waffenstillstandsverhandlungen ins Fürstenlager. Dies tat er anscheinend freiwillig, den er versuchte nicht überzulaufen, im Gegenteil, er ist sogar in Gefangenschaft geraten. Um seinen Sohn aus der Gefangenschaft zu befreien, hat Graf Botho sein Handeln und das seines Sohns als erzwungen entschuldigt, der Herzog und auch Graf Ernst von Mansfeld haben ihm diese Entschuldigung jedoch nicht abgenommen. Erst am 7. Juni ist es Graf Botho gelungen, seinen Sohn aus der Gefangenschaft zu befreien. Maßgeblich für diese Freilassung des Erbgrafen war wohl der Einfluss des Grafen bei den Fürstbischöfen von Mainz und Magdeburg.

Neben einigen Adelshöfen wurden im Stolbergischen die Klöster Kelbra, Dietenborn und auf dem Rodeberg ausgeraubt, teilweise zerstört und die Insassen vertrieben.

Weitere Informationen: Thomas Müntzer, Schloss Stolberg,
Panoramamuseum Bad Frankenhausen

> 1. Ursachen und Umfeld
> 2. Das Harzgebiet im Deutschen Bauernkrieg
> 3. Die territoriale Zersplitterung der Harzregion
> 4. Die Situation der Bauernschaft
> 5. Die Städte der Harzregion
> 6. Der Bergbau und das Hüttenwesen
> 7. Die Rolle der Kirche im Bauenrkrieg
> 8. Harzer Klöster im Bauernkrieg
> 9. Die Grafschaft Mansfeld im Bauernkrieg
> 10. Die sächsischen Ämter Sangerhausen und Salza
> 11. Die Grafschaft Stolberg im Bauernkrieg
> 12. Die Grafschaft Hohnstein im Bauernkrieg
> 13. Das Reichsstift Walkenried im Bauernkrieg
> 14. Die Grafschaft Schwarzburg im Bauernkrieg
> 15. Die Herrschaft Wernigerode im Bauernkrieg
> 16. Die Grafschaft Blankenburg im Bauernkrieg
> 17. Die Grafschaft Anhalt-Ballenstedt im Bauernkrieg
> 18. Das Fürstbistum Halberstadt im Bauernkrieg
> 19. Goslar im Bauernkrieg
> 20. Allstedt im Bauernkrieg

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Copyright der Fotos und der Texte Bernd Sternal 2013

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