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20. Allstedt im Bauernkrieg

Der Flecken Allstedt ist uraltes Siedlungsgebiet und bestand als altthüringisches Dorf bereits im 5./6. Jahrhundert. Im Hochmittelalter war der Ort Königshof, dann sogar Kaiserpfalz. Allstedt erhält 1425 die Stadtrechte, ab 1516 führte die Stadt ein Siegel.

Zur Zeit des Bauerkrieges war Allstedt kürfürstlich-sächsisches Amt. Kurfürst Friedrich III. von Sachsen (der Weise) war bekannter Weise ein Anhänger Martin Luthers. Luther war auch Professor an der vom Kurfürsten im Jahr 1502 gegründeten Universität Wittenberg, von der die Reformation ihren globalen Siegeszug begann. Somit war es nicht verwunderlich, dass der Kurfürst auch die Einstellung lutherisch-gesinnter Geistlicher begünstigte. Solch einer war im Jahr 1523 auch Thomas Müntzer, der als Prediger in der Allstedter Johanniskirche angestellt wurde.

Auch war Thomas Müntzer ein guter Bekannter von Martin Luther und zu Zeiten von dessen Thesenveröffentlichung wohl ein Verehrer von ihm. Aber schon bei seiner Anstellung 1520 an der Marienkirche in Zwickau, die ihm Luther vermittelt hatte, fiel er durch provokante Predigten auf. Er wurde vom Rat der Stadt Zwickau des Aufruhrs verdächtigt und daraufhin entlassen und vertrieben.

Müntzer hielt dies nicht davon ab, weitere Verbindungen zu radikalen Kräften zu knüpfen. Auch distanzierte er sich zunehmend von Luthers Lehren, die ihm zu brav und zu wenig gerecht erschienen. So kam er zu der Überzeugung, das Veränderung und Neuordnung nicht von selbst kommen würden, sondern erkämpft werden müssten. Und er sah sich wohl als Berufenen, diesen Gerechtigkeitskampf zu führen.

Die Allstedter Zeit war Müntzers Höhepunkt in seinem Veränderungskampf. Wohl hatte er umfangreiche Informationen über die Aufstände der Bauern in anderen Teilen des Reiches. In Allstedt nahmen seine Ideen und Gedanken Form an, dort reiften seine Pläne. Er hielt seine Predigten nicht nur von der Kanzel, er predigte auch außerhalb der Kirche und reiste dazu in andere Städte wie Aschersleben, Mansfeld und Sangerhausen und das Volk strömte zu ihm. Was er verkündete war radikal: Verzicht auf allen Besitz an Grund und Boden, allgemeine Güterverteilung, Enteignung von Adel und Klerus, Arbeitspflicht für alle, Beseitigung von Ausbeutung und Unterdrückung durch weltliche und geistliche Herren. Solche Verkündigungen mussten in den Herzen der Armen und Rechtlosen zünden!

Seine Predigten, die er in deutscher Sprache hielt, blieben natürlich den angrenzenden Landesherren nicht verborgen. Besonders Herzog Georg von Sachsen-Meißen und Graf Ernst von Mansfeld, die beide erbitterte Gegner von Luthers Lehre waren, intervenierten gegen Müntzer. Beide Landesherren verboten ihren Untertanen den Besuch von Müntzers Gottesdiensten und Predigten. Müntzer nahm dies nicht hin und wehrte sich von der Kanzel herab. Er griff Graf Ernst auf das heftigste an, nannte ihn ketzerischen Schalk und Schinder und forderte die Zurücknahme des Verbots. Die Verbote blieben aber bestehen. Sein Landesfürst Friedrich schloss sich dem Verbot allerdings nicht an, forderte ihn aber auf derartige Angriffe auf Graf Ernst zu unterlassen und seine Predigten weniger radikal zu halten. Aber Müntzer hatte erkannt, dass er seine Lehre weiter verbreiten musste, um den nötigen Rückhalt in der Bevölkerung zu erhalten. Seine Reden richtete sich gegen die katholische Liturgie und führte bereits am 24. März 1524, also ein Jahr vor den Bauernaufständen im Harz, zu ersten Ausschreitungen. So wurde in der Klosterkapelle zu Mallerbach, in der Nähe von Allstedt, ein angeblich heilkräftiges Marienbild von Anhängern Müntzers verbrannt. Der Herzog forderte daraufhin eine Bestrafung der dafür Verantwortlichen durch den Amtmann sowie den Allstedter Rat. Amtmann Zeys wie auch der Rat stand wohl unter dem Einfluss Müntzers und weigerte sich, den Weisungen des Herzogs nachzukommen. Der Amtmann schlug dem Landesherrn vor, militärische Kräfte zur Durchsetzung der geforderten Bestrafung einzusetzen. Diese Nachricht wurde mit Glockengeläut verkündet, worauf hin viel bewaffnetes Volk aus der ganzen Region zusammengeströmt sein soll. Vor so viel Widerstand und offener Rebellion kapitulierte der Herzog und unterließ die Bestrafung der Täter.

Herzog Johann der Beständige, der Mitregent von Kursachsen war, wollte aber nun Thomas Müntzer persönlich predigen hören. Zu diesem Zweck reiste er mit seinem Sohn Johann Friedrich nach Allstedt. Müntzer hielt an jenem 13.Juli 1524 eine sehr angriffslustige Rede, in der er die ernestinischen Fürsten aufforderte die Reformation einzuleiten und ihr keinen Widerstand entgegen zu setzen. Außerdem prangerte er die sozialen Missstände an. Sein Predigt soll die Fürsten beeindrucket haben und sie unterließen alle weiteren Maßnahmen gegen Müntzer, den Amtmann Zeys und den Allstedter Rat. Als diese Predigt, die als „Fürstenpredigt“ in die Geschichte einging, gedruckt und verbreitet wurde, war Herzog Johann stark verärgert. Die Wettiner Fürsten bedienten sich wohl Luthers. In einem Brief an die Fürsten von Sachsen „wider den aufrührerischen Geist von Allstedt“ bezeichnete er Müntzer als ein Werkzeug des Satans. Auch forderte er die Landesherren auf, Müntzer und seine Anhänger zu vertreiben. Herzog Georg der Bärtige von Sachsen sowie Graf Ernst von Mansfeld reagierten umgehend und verhafteten Besucher von Müntzers Predigten und sperrten sie in Gefängnis. Aber das alles hat nichts genützt! Amtmann Zeys berichtete dazu an den Kurfürsten: „Das Volk will es dennoch nicht lassen und wird in Haufen in Türme und Gefängnisse geworfen, und die, die entlaufen, kommen hierher nach Allstedt; denn das gemeine Volk wird also trefflich aus den Predigers Worten getröstet, dass die Leute auch in geringer Zahl unerschrocken sind.“

Die Grundherren antworteten mit Gewalt. Wohl im Auftrag von Herzog Georg überfiel ein Freiherr von Witzleben das bei Allstedt gelegene Dorf Schönwerda und ließ Anhänger Müntzers niedermetzeln. Nur wenige sollen entkommen und nach Allstedt geflüchtet sein. Amtmann Zeys sollte diese Flüchtlinge nach Sangerhausen ausliefern, kam der Forderung aber nicht nach. Daraufhin wurde der Rat vom Herzog zur Vernehmung und zum Verhör nach Weimar vorgeladen. In der herzoglichen Residenz verließ der Rat wohl der Mut und sie beschuldigten Müntzer der „Anleitung zum Aufruhr und zum Sturz der Fürstenherrschaft“. Thomas Müntzer sah das Ergebnis des Verhörs und die daraus resultierenden Folgen wohl ab und floh am 8. August 1524 nach Mühlhausen.

Weitere Informationen: Thomas Müntzer,

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Copyright der Fotos und der Texte Bernd Sternal 2013

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